Was kostet ein Elektroauto pro 100 Kilometer an Strom? Die Antwort hängt weniger vom Auto ab als davon, wo Sie laden: An der eigenen Wallbox mit Solarstrom sind es nur wenige Euro, am Autobahn-Schnelllader ohne Vertrag schnell mehr als das Doppelte des Haushaltsstrom-Preises. Mit einer einfachen Formel rechnen Sie Ihre Kosten selbst aus – Beispiele und Spartipps finden Sie hier.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Formel: Verbrauch in kWh/100 km × Strompreis in €/kWh = Kosten pro 100 km.
- Zu Hause (37 ct/kWh, 18 kWh/100 km): rund 6,70 € pro 100 km.
- Öffentlich: laut ADAC selten unter etwa 50 ct/kWh; an der Autobahn ad hoc bis 84 ct/kWh – das sind schnell über 15 € pro 100 km.
- Ladeverluste einrechnen: an der Wallbox laut ADAC unter 7 %, an der Haushaltssteckdose deutlich mehr.
- Am günstigsten: eigener Solarstrom, § 14a-Netzentgeltrabatt, Ladetarif statt Ad-hoc-Laden.
So berechnen Sie die Stromkosten
Kosten pro 100 km = Verbrauch (kWh/100 km) × Strompreis (€/kWh)
Den Verbrauch zeigt der Bordcomputer an. Beachten Sie aber: Er misst meist nur die Energie, die aus der Batterie entnommen wird. Beim Laden geht zusätzlich Energie verloren – bezahlen müssen Sie die Menge, die durch den Zähler bzw. die Ladesäule fließt. Rechnen Sie deshalb einige Prozent auf den angezeigten Verbrauch auf, oder lesen Sie die geladene Menge an der Wallbox oder in der Lade-App ab.
Der Verbrauch schwankt stark: Kleinwagen im Stadtverkehr brauchen deutlich weniger als große SUV auf der Autobahn. Im Winter steigt der Verbrauch durch Heizung und kalte Batterie spürbar.
Kosten pro 100 km im Vergleich
| Ladeort (Beispielpreis) | 15 kWh/100 km | 18 kWh/100 km | 22 kWh/100 km |
|---|---|---|---|
| Eigener Solarstrom (7,7 ct entgangene Einspeisevergütung) | 1,16 € | 1,39 € | 1,69 € |
| Haushaltsstrom (37 ct) | 5,55 € | 6,66 € | 8,14 € |
| Öffentlich mit Ladetarif (52 ct) | 7,80 € | 9,36 € | 11,44 € |
| Autobahn ad hoc (84 ct) | 12,60 € | 15,12 € | 18,48 € |
Laden zu Hause
Zu Hause zahlen Sie Ihren normalen Strompreis, im Schnitt rund 37 Cent pro kWh. Günstiger wird es auf mehreren Wegen:
- Netzentgelt-Rabatt nach § 14a EnWG: Wallboxen über 4,2 kW sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Dafür gibt es ein reduziertes Netzentgelt – pauschal je nach Netzbetreiber etwa 110 bis 190 Euro pro Jahr (Modul 1) oder ein um 60 Prozent reduzierter Netzentgelt-Arbeitspreis mit separatem Zähler (Modul 2).
- Solarstrom: Mit eigener PV-Anlage kostet die selbst geladene Kilowattstunde praktisch nur die entgangene Einspeisevergütung. Wie das funktioniert: E-Auto mit PV-Strom laden.
- Dynamischer Stromtarif: Wer in günstigen Nachtstunden lädt, kann sparen – setzt ein intelligentes Messsystem voraus (siehe Dynamischer Stromtarif).
- Wallbox statt Steckdose: Bei ADAC-Messungen im August 2026 lagen die Ladeverluste an der Wallbox mit voller Leistung unter 7 Prozent, an der Haushaltssteckdose bei den meisten Fahrzeugen um 15 Prozent und im ungünstigsten Fall über 24 Prozent.
Was Wallbox und Installation kosten: Wallbox Kosten.
Laden unterwegs
An öffentlichen Ladesäulen schwanken die Preise stark nach Anbieter, Ladeleistung und Tarif. Laut ADAC bekommen E-Auto-Fahrende unterwegs selten Strom unter rund 50 Cent pro kWh. Ad-hoc-Laden ohne Vertrag kann bis zu 62 Prozent teurer sein als ein Tarif ohne Grundgebühr – im Beispiel des ADAC an der Autobahn 84 Cent statt 52 Cent pro kWh.
- Ladetarif wählen: Wer regelmäßig unterwegs lädt, spart mit einer Ladekarte oder App. Tarife mit Grundgebühr lohnen sich erst ab einer gewissen Lademenge pro Monat.
- AC statt DC, wenn Zeit ist: Normalladesäulen sind oft günstiger als Schnelllader.
- Blockiergebühren beachten: Einige Betreiber berechnen nach einer bestimmten Standzeit Gebühren pro Minute.
- Preis vorher prüfen: An Ladesäulen, die seit dem 13. April 2024 in Betrieb gegangen sind, muss der Ad-hoc-Preis vor Ladebeginn angezeigt werden.
Rechenbeispiel: Jahreskosten
| 15.000 km, 18 kWh/100 km = 2.700 kWh (angenommen) | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| 80 % zu Hause (37 ct), 20 % öffentlich mit Tarif (52 ct) | ca. 1.080 € |
| Davon 30 % Solarstrom statt Netzstrom zu Hause | ca. 840 € |
| Nur öffentlich, ad hoc an Schnellladern (84 ct) | ca. 2.270 € |
Rechnung zur zweiten Zeile: 810 kWh Solarstrom zu 7,7 ct statt 37 ct sparen rund 237 Euro. Ob Sie einen eigenen Zähler für die Wallbox brauchen, hängt vom gewählten Modul nach § 14a ab; Zusammenhänge ähnlich wie beim Wärmepumpenstrom.
Häufige Fragen
Erhöht das E-Auto meinen Haushaltsstromverbrauch stark?
Ja. 15.000 Kilometer im Jahr entsprechen grob 2.000 bis 3.300 kWh – so viel wie ein kleinerer Haushalt im ganzen Jahr verbraucht (Vergleichswerte: Stromverbrauch im Haushalt). Passen Sie Ihren Abschlag beim Stromanbieter an.
Warum zeigt mein Auto weniger Verbrauch an, als ich bezahle?
Der Bordcomputer erfasst die Ladeverluste meist nicht. Bezahlt wird die Energie am Zähler oder an der Säule. Die Differenz ist an der Steckdose besonders groß.
Kann ich die Ladekosten beim Arbeitgeber abrechnen?
Beim Dienstwagen gibt es dafür steuerliche Regeln und Pauschalen. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber oder eine Steuerberatung nach den aktuellen Vorgaben.
Quellen
- ADAC: Ladetarife für Elektroautos 2026
- ecomento: ADAC untersucht Ladeverluste (August 2026)
- BDEW-Strompreisanalyse
- Bundesnetzagentur: Regeln für steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§ 14a EnWG)
Stand: Oktober 2026. Preise sind Beispielwerte; maßgeblich sind Ihr Stromtarif und die Preise der Ladeanbieter.