Über ein ungedämmtes Dach oder eine ungedämmte oberste Geschossdecke geht in vielen älteren Häusern viel Heizwärme verloren. Die gute Nachricht: Nicht jede Dachdämmung ist teuer – je nach Situation reicht schon die Dämmung des Dachbodens. Hier finden Sie die Kosten pro Quadratmeter für die gängigen Verfahren, die aktuelle Förderung seit Juli 2026 und ein Rechenbeispiel, ob sich Zuschuss oder Steuerbonus mehr lohnt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Oberste Geschossdecke (unbeheizter Dachboden): günstigste Variante, grob 20 bis 100 Euro pro m².
- Zwischensparrendämmung (ausgebautes Dach, von innen): grob 50 bis 150 Euro pro m².
- Aufsparrendämmung (von außen, meist mit neuer Eindeckung): grob 200 bis 400 Euro pro m².
- Förderung: 15 % BAFA-Zuschuss; der iSFP-Bonus von 5 % gilt seit 21. Juli 2026 nur noch für den Betrag über 30.000 Euro.
- Alternative: 20 % Steuerermäßigung nach § 35c EStG, verteilt auf drei Jahre.
Welche Dachdämmung passt zu Ihrem Haus?
Entscheidend ist, ob der Raum unter dem Dach beheizt wird. Ist der Dachboden nur Abstellfläche, genügt es meist, die oberste Geschossdecke zu dämmen – also den Boden des Dachbodens. Ist das Dachgeschoss ausgebaut und bewohnt, muss die Dachfläche selbst gedämmt werden: von innen zwischen den Sparren oder von außen auf den Sparren.
| Verfahren | Wann sinnvoll? | Kosten pro m² (Richtwert) |
|---|---|---|
| Oberste Geschossdecke, nicht begehbar | Dachboden wird nicht genutzt | ca. 20–40 € |
| Oberste Geschossdecke, begehbar | Dachboden als Stauraum | ca. 40–100 € |
| Zwischensparrendämmung (ggf. mit Untersparren) | Dachgeschoss bewohnt, Eindeckung intakt | ca. 50–150 € |
| Aufsparrendämmung | Dach wird ohnehin neu eingedeckt | ca. 200–400 € |
Oberste Geschossdecke: der günstige Einstieg
Dämmplatten oder Dämmrollen werden auf den Dachboden gelegt, bei begehbarer Ausführung kommt eine Lauffläche darüber. Geübte Heimwerker können eine nicht begehbare Dämmung teilweise selbst ausführen. Für Eigenleistungen gelten bei der Förderung besondere Regeln – klären Sie vorab mit Ihrer Energieeffizienz-Expertin oder Ihrem -Experten, welche Kosten anerkannt werden.
Zwischensparrendämmung: von innen
Die Dämmung wird zwischen die Dachsparren geklemmt, raumseitig folgt eine luftdichte Dampfbremse, dann die Innenverkleidung. Weil die Sparrenhöhe die Dämmstärke begrenzt, wird oft zusätzlich unter den Sparren gedämmt. Fehler bei der Dampfbremse sind die häufigste Ursache für spätere Feuchteschäden – hier lohnt sich ein erfahrener Betrieb.
Aufsparrendämmung: von außen
Die Dämmung liegt als durchgehende Schicht auf den Sparren – bauphysikalisch die beste Lösung ohne Wärmebrücken, und der Wohnraum bleibt unberührt. Weil dafür die Eindeckung abgenommen werden muss, ist sie vor allem sinnvoll, wenn das Dach ohnehin erneuert wird.
Förderung 2026: Zuschuss oder Steuerbonus?
Die Dämmung von Dach und oberster Geschossdecke wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) beim BAFA gefördert. Seit der neuen Richtlinie vom Juli 2026 gilt:
- Fördersatz 15 % der förderfähigen Kosten.
- iSFP-Bonus +5 Prozentpunkte, wenn die Maßnahme Teil eines geförderten individuellen Sanierungsfahrplans ist – seit 21. Juli 2026 aber nur noch für den Teil der Investition, der 30.000 Euro übersteigt.
- Höchstgrenze: 30.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit pro Jahr, mit iSFP-Bonus 60.000 Euro.
- Voraussetzungen: Antrag vor Beginn, Einbindung einer Energieeffizienz-Expertin oder eines -Experten und Einhaltung der technischen Mindestanforderungen (für Dachflächen in der Regel ein U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K)).
Alternativ können Selbstnutzer die Steuerermäßigung nach § 35c EStG wählen: 20 % der Kosten, verteilt auf drei Jahre (7 %, 7 %, 6 %), höchstens 40.000 Euro pro Objekt. Beides für dieselbe Maßnahme zu kombinieren ist nicht erlaubt.
Rechenbeispiel
Ein selbst bewohntes Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss erhält eine Zwischensparrendämmung auf 120 m² für 12.000 Euro (100 Euro pro m²).
| BAFA-Zuschuss | Steuerbonus § 35c | |
|---|---|---|
| Satz | 15 % (iSFP-Bonus greift unter 30.000 € nicht) | 20 % |
| Betrag | 1.800 € | 2.400 € |
| Auszahlung | nach Abschluss der Maßnahme | über drei Steuerjahre verteilt |
| Energieeffizienz-Experte nötig? | ja (Kosten teils separat förderfähig) | nein, Bescheinigung vom Fachbetrieb |
Seit der Änderung des iSFP-Bonus ist der Steuerbonus für kleinere Einzelmaßnahmen oft die attraktivere Wahl (Details: Steuerbonus für energetische Sanierung). Wer mehrere Maßnahmen plant – etwa Dach, Fenster und Heizung –, sollte die Varianten mit einer Energieberatung vergleichen. Für den Heizungstausch gelten eigene Regeln, siehe Heizungsförderung.
Typische Fehler
- Dampfbremse nicht luftdicht: Warme Raumluft dringt in die Dämmung, kondensiert und führt zu Schimmel.
- Vor dem Antrag beauftragt: Bei der BAFA-Förderung gilt ein vorzeitiger Vorhabenbeginn als Ausschlussgrund.
- Dämmstärke zu knapp: Wer ohnehin Gerüst und Handwerker bezahlt, sollte nicht an ein paar Zentimetern Dämmung sparen.
- Lüftung vergessen: Ein dichteres Haus braucht ein Lüftungskonzept, damit keine Feuchteprobleme entstehen.
Häufige Fragen
Welche Dämmung ist am günstigsten?
Die Dämmung der obersten Geschossdecke. Sie ist aber nur möglich, wenn der Dachraum darüber nicht beheizt wird.
Hilft Dachdämmung auch im Sommer?
Ja. Eine gute Dämmung bremst die Hitze, die im Sommer über das Dach eindringt. Dämmstoffe mit hoher Wärmespeicherfähigkeit wie Holzfaser verbessern den sommerlichen Hitzeschutz zusätzlich.
Lohnt sich die Dämmung vor dem Einbau einer Wärmepumpe?
Oft ja: Ein geringerer Wärmebedarf erlaubt eine kleinere, günstigere Wärmepumpe und eine niedrigere Vorlauftemperatur. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Quellen
Stand: Oktober 2026. Preise sind Richtwerte. Dieser Artikel ersetzt keine Energie-, Bau- oder Steuerberatung.