Fenster austauschen: Kosten pro Fenster, Förderung und Einbau-Tipps

Alte Fenster mit Einfach- oder älterer Zweifachverglasung sind in vielen Häusern eine der größten Schwachstellen: Es zieht, die Scheiben sind kalt, und durch das Glas geht viel Wärme verloren. Neue Fenster mit Dreifachverglasung sparen Heizkosten und erhöhen den Wohnkomfort spürbar. Was der Austausch pro Fenster kostet, welche Förderung es 2026 gibt und worauf es beim Einbau ankommt, lesen Sie hier.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Standardfenster (ca. 1,2 × 1,3 m, Kunststoff, Dreifachverglasung) inklusive Einbau: grob 500 bis 800 Euro.
  • Holz und Aluminium sind teurer, Sonderformen und Balkontüren ebenfalls.
  • Einfamilienhaus mit 12 Fenstern: grob 6.600 bis 13.800 Euro vor Förderung.
  • Förderung: 15 % BAFA-Zuschuss (Uw ≤ 0,95 W/(m²K)) oder 20 % Steuerbonus nach § 35c EStG.
  • Einbau nach dem Stand der Technik ist so wichtig wie das Fenster selbst.

Was kostet ein neues Fenster?

Rahmenmaterial (Dreifachverglasung)Standardfenster ca. 1,2 × 1,3 m inkl. Einbau
Kunststoffca. 500–800 €
Holzca. 650–1.000 €
Aluminiumca. 1.000–1.400 €
Richtwerte aus Marktübersichten, Stand Oktober 2026. Regionale Preise und Ausstattung können deutlich abweichen.

Im Preis sollten Ausbau und Entsorgung der Altfenster, die Abdichtung der Anschlussfugen und die Montage enthalten sein. Zusätzliche Kosten können für neue Fensterbänke, Rollladenkästen, Insektenschutz, Gerüst oder das Ausbessern von Putz und Laibungen entstehen. Der Aufpreis für Dreifach- statt Zweifachverglasung liegt meist bei einigen zehn bis rund 150 Euro pro Fenster – und nur Dreifachverglasung erreicht in der Regel die Werte, die für eine Förderung nötig sind.

Förderung 2026: Zuschuss oder Steuerbonus

Der Fenstertausch ist eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Sie haben zwei Möglichkeiten, die sich nicht kombinieren lassen:

  • BAFA-Zuschuss (BEG EM): 15 % der förderfähigen Kosten. Die neuen Fenster müssen einen Wärmedurchgangskoeffizienten von Uw ≤ 0,95 W/(m²K) erreichen. Eine Energieeffizienz-Expertin oder ein -Experte muss eingebunden werden, und der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gilt seit dem 21. Juli 2026 nur noch für den Teil der Investition über 30.000 Euro – bei üblichen Fensterprojekten greift er meist nicht.
  • Steuerbonus nach § 35c EStG: 20 % der Kosten über drei Jahre, für selbst bewohnte Häuser, die älter als zehn Jahre sind. Kein Antrag vor Beginn nötig. Details: Steuerbonus für energetische Sanierung.

Rechenbeispiel

12 Kunststofffenster, DreifachverglasungBAFA-Zuschuss 15 %Steuerbonus 20 %
Kosten 10.000 €1.500 €2.000 € (über 3 Jahre)
Eigenanteil8.500 €8.000 €
Beispielrechnung, Stand Oktober 2026. Beim BAFA-Zuschuss kommen ggf. Kosten für die Energieeffizienz-Expertin hinzu, die teils separat gefördert werden.

Worauf es beim Einbau ankommt

  • Luftdichter Anschluss: Die Fuge zwischen Fenster und Mauerwerk muss innen luftdicht und außen schlagregendicht, aber diffusionsoffen sein. Fehler hier führen zu Zugluft und Feuchteschäden.
  • Lüften nicht vergessen: Neue, dichte Fenster verringern den unkontrollierten Luftaustausch. In vielen Fällen ist ein Lüftungskonzept nötig, damit sich keine Feuchtigkeit und kein Schimmel bilden.
  • Wärmebrücken: Sind die Außenwände ungedämmt, kann die kälteste Stelle nach dem Tausch von der Scheibe auf die Wand wandern. Planen Sie Fenster und Fassade idealerweise gemeinsam.
  • Rollladenkästen: Alte, ungedämmte Kästen sind oft ein Schwachpunkt – lassen Sie sie mit erneuern oder dämmen.

Lohnt sich der Austausch?

Wie viel Heizenergie neue Fenster sparen, hängt stark vom Zustand der alten Fenster, dem Fensterflächenanteil und der Heizung ab. Bei sehr alten Fenstern ist der Effekt deutlich, bei Zweifachverglasung aus den 1990er-Jahren geringer. Neben den Heizkosten zählen Komfort, Schallschutz und Einbruchschutz. Sinnvoll ist der Tausch vor allem, wenn die alten Fenster ohnehin am Ende ihrer Lebensdauer sind – und vor dem Einbau einer Wärmepumpe, weil ein geringerer Wärmebedarf eine kleinere Anlage erlaubt (siehe Wärmepumpe im Altbau).

Häufige Fragen

Brauche ich für den Fenstertausch eine Genehmigung?

In der Regel nicht, solange Größe und Erscheinungsbild gleich bleiben. Bei denkmalgeschützten Gebäuden und in Gebieten mit Gestaltungssatzung kann eine Genehmigung nötig sein. Als Mieter brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters, in Eigentümergemeinschaften gehören Fenster meist zum Gemeinschaftseigentum.

Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Dreifachverglasung dämmt besser und ist Voraussetzung für die BAFA-Förderung. Der Aufpreis ist überschaubar, deshalb ist sie beim Austausch heute meist die Standardwahl.

Wann ist die beste Zeit für den Fenstertausch?

Frühjahr und Spätsommer sind ideal, weil die Räume beim Tausch kurzzeitig offen sind. Ein Fachbetrieb tauscht ein Standardfenster in wenigen Stunden.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Preise sind Richtwerte. Dieser Artikel ersetzt keine Energie- oder Bauberatung.