Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung deutlich teurer als ein neuer Gaskessel, im Betrieb aber oft günstiger – und der Staat übernimmt einen großen Teil der Investition. Wie viel Sie am Ende wirklich zahlen, hängt von der Art der Wärmepumpe, vom Zustand Ihres Hauses und von Ihrer persönlichen Förderquote ab. Dieser Ratgeber zeigt realistische Preisspannen für 2026, die laufenden Kosten und ein durchgerechnetes Beispiel mit der aktuellen KfW-Förderung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: im Einfamilienhaus inklusive Einbau meist rund 25.000 bis 40.000 Euro vor Förderung.
- Erdwärmepumpe: wegen Bohrung oder Kollektor häufig 40.000 bis 60.000 Euro.
- Förderung (KfW 458): 30 % Grundförderung, plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und bis zu 40 % Einkommensbonus für Selbstnutzer – maximal 80 % von höchstens 28.000 Euro.
- Betrieb: Stromkosten meist zwischen etwa 750 und 1.600 Euro pro Jahr im Einfamilienhaus.
- Wichtig: Antrag vor Baubeginn, Vertrag nur mit Förder-Vorbehalt unterschreiben.
Welche Kosten fallen an?
Der Preis für das Gerät selbst ist nur ein Teil der Rechnung. Hinzu kommen Montage, Elektroarbeiten, eventuell ein Pufferspeicher, der Rückbau der alten Heizung und – bei Erdwärme – die Erschließung der Wärmequelle. In vielen Altbauten kommen noch Arbeiten am Heizsystem dazu, etwa ein hydraulischer Abgleich oder größere Heizkörper in einzelnen Räumen.
| Wärmepumpe | Gerät | Erschließung | Komplett inkl. Einbau |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | ca. 8.000–16.000 € | entfällt | ca. 25.000–40.000 € |
| Sole-Wasser mit Erdsonde | meist teurer als Luft-Wasser | Bohrung ca. 8.000–16.000 € | ca. 40.000–60.000 € |
| Sole-Wasser mit Flächenkollektor | meist teurer als Luft-Wasser | Kollektor ca. 3.000–10.000 € | meist unter Erdsonde, große Gartenfläche nötig |
Die Spannen sind groß, weil sich Häuser stark unterscheiden: Ein gut gedämmter Bau aus den 2000ern mit Fußbodenheizung braucht eine kleinere Anlage und weniger Umbau als ein unsanierter Altbau. Holen Sie deshalb immer mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie, was genau enthalten ist – etwa Heizlastberechnung, Pufferspeicher, Elektroarbeiten, Entsorgung des alten Kessels und Inbetriebnahme.
So viel übernimmt die Förderung
Den Heizungstausch fördert die KfW über den Zuschuss 458 (Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude). Seit dem 21. Juli 2026 gelten folgende Bausteine:
- Grundförderung: 30 % für alle Antragsteller.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige fossile Heizung ersetzen. Er sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte; für Anträge ab 1. August 2028 entfällt er.
- Einkommensbonus für Selbstnutzer nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen: 40 % bis 30.000 Euro, 30 % bis 40.000 Euro, 10 % bis 50.000 Euro. Mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren steigen die Grenzen um 10.000 Euro.
- Obergrenzen: förderfähig sind im Einfamilienhaus höchstens 28.000 Euro, der Zuschuss beträgt maximal 80 % (in der niedrigsten Einkommensstufe), sonst höchstens 70 %.
- Smart Meter: Für Anträge ab 21. Juli 2026 muss für Wärmepumpen ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung bestellt werden (siehe Smart Meter Pflicht).
Rechenbeispiel
Ein Ehepaar ersetzt in seinem selbst bewohnten Einfamilienhaus eine 20 Jahre alte, noch funktionierende Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das Angebot liegt bei 32.000 Euro.
| Einkommen 70.000 € | Einkommen 28.000 € | |
|---|---|---|
| Förderfähige Kosten | 28.000 € | 28.000 € |
| Fördersatz | 30 % + 16 % = 46 % | 30 % + 16 % + 40 % = 86 % → gedeckelt auf 80 % |
| Zuschuss | 12.880 € | 22.400 € |
| Eigenanteil | 19.120 € | 9.600 € |
Die Details zu Voraussetzungen, Antrag und typischen Fehlern finden Sie in unserem Ratgeber zur Heizungsförderung.
Laufende Kosten: Strom, Wartung, Zähler
Den größten Posten im Betrieb macht der Strom aus. Wie viel eine Wärmepumpe braucht, hängt vom Wärmebedarf des Hauses und von ihrer Effizienz ab, ausgedrückt in der Jahresarbeitszahl (JAZ): Eine JAZ von 3,4 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom 3,4 Kilowattstunden Wärme werden. Genau diesen Mittelwert hat das Fraunhofer ISE in einem mehrjährigen Feldtest für Luft-Wasser-Wärmepumpen in bestehenden Einfamilienhäusern gemessen; Erdwärmepumpen kamen auf 4,3.
Beispiel: Ein Haus mit 18.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 braucht rund 5.300 kWh Strom. Bei einem Wärmepumpentarif von 25 Cent pro kWh sind das etwa 1.320 Euro im Jahr. Der ADAC nennt für typische Einfamilienhäuser eine Spanne von etwa 750 bis 1.600 Euro. Wie Sie den Verbrauch für Ihr Haus selbst abschätzen, zeigen wir im Artikel Stromverbrauch einer Wärmepumpe berechnen.
- Wärmepumpentarif: Viele Versorger bieten spezielle Tarife an, die meist deutlich unter dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von zuletzt rund 37 Cent liegen – mehr dazu unter Wärmepumpenstrom.
- Netzentgelt-Rabatt nach § 14a EnWG: Neue Wärmepumpen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt – im einfachsten Modell pauschal um etwa 110 bis 190 Euro pro Jahr, je nach Netzbetreiber.
- Wartung: Planen Sie für eine regelmäßige Wartung durch den Fachbetrieb einige hundert Euro alle ein bis zwei Jahre ein. Einen Schornsteinfeger für die Wärmepumpe brauchen Sie nicht.
Was ist mit dem „Heizungsgesetz“?
Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag die Reform des Gebäudeenergiegesetzes beschlossen, bekannt als Gebäudemodernisierungsgesetz. Die pauschale Vorgabe, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen müssen, ist damit entfallen. Funktionierende Öl- und Gasheizungen dürfen weiterlaufen, neue fossile Heizungen müssen künftig aber schrittweise mit einem Anteil grüner Brennstoffe betrieben werden. Alle Details im Ratgeber Heizungsgesetz 2026. Für die Entscheidung heißt das: Eine Wärmepumpe ist keine Pflicht mehr – sie bleibt aber die Heizung mit der höchsten Förderung und ohne Risiko steigender CO₂-Preise auf Gas und Öl.
So senken Sie die Kosten
- Heizlast berechnen lassen: Eine zu große Wärmepumpe kostet mehr und arbeitet ineffizienter. Seriöse Betriebe berechnen die Heizlast raumweise.
- Vorlauftemperatur senken: Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto effizienter die Wärmepumpe. Oft reicht es, einzelne Heizkörper zu tauschen.
- Förderung vollständig nutzen: Prüfen Sie, ob Ihnen der Einkommensbonus zusteht – er wird häufig übersehen.
- Bonus-Fristen beachten: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab Februar 2027 schrittweise. Wer ohnehin tauschen will, profitiert von einem frühen Antrag.
- Mit Photovoltaik kombinieren: Eigener Solarstrom senkt die Betriebskosten, vor allem in der Übergangszeit. Mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik-Kosten.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
In vielen Fällen ja. Der Feldtest des Fraunhofer ISE zeigt, dass Wärmepumpen auch in Häusern mit Baujahren bis zurück ins 19. Jahrhundert effizient laufen können. Entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur. Details lesen Sie im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Wann muss ich den Förderantrag stellen?
Vor Beginn der Arbeiten. Sie dürfen bereits einen Liefer- oder Leistungsvertrag unterschreiben, dieser muss aber eine Bedingung enthalten, dass er erst mit der Förderzusage wirksam wird. Ein nachträglicher Zusatz ist nicht zulässig.
Wie lange hält eine Wärmepumpe?
Hersteller und Fachbetriebe nennen meist eine Lebensdauer von etwa 15 bis 20 Jahren, bei Erdwärme für die Sonden deutlich länger. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer.
Quellen
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458)
- Deutscher Bundestag: Beschluss zur Heizungsgesetz-Novelle (Juli 2026)
- Fraunhofer ISE: Feldtest „WP-QS im Bestand“
- ADAC: Wärmepumpe – Kosten und Stromverbrauch
- Bundesnetzagentur: Regelungen zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (§ 14a EnWG)
Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Energie-, Steuer- oder Fördermittelberatung. Preise sind Richtwerte.