Warmes Wasser ist nach der Heizung der zweitgrößte Energieposten im Haushalt: Laut Verbraucherzentrale entfällt etwa ein Sechstel der Energiekosten darauf. Am meisten sparen Sie beim Duschen – mit einem Sparduschkopf und kürzeren Duschzeiten. Bei elektrischer Warmwasserbereitung kommen ein elektronisch geregelter Durchlauferhitzer und eine Zeitschaltuhr am Boiler hinzu, bei zentraler Versorgung die richtige Speichertemperatur, eine sparsame Zirkulationspumpe und gedämmte Leitungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Verbrauch: im Schnitt rund 33 Liter Warmwasser pro Person und Tag (co2online), sparsam etwa 500–800 kWh pro Person und Jahr.
- Dusche: Herkömmliche Brausen liefern 12–15 l/min, Sparduschköpfe 6–9 l/min. Ein Sparduschkopf kostet rund 20 Euro.
- Durchlauferhitzer: Elektronisch geregelte Geräte sparen gegenüber hydraulischen bis zu 30 % Strom (Verbraucherzentrale).
- Boiler/Kleinspeicher: mit Zeitschaltuhr nur bei Bedarf aufheizen – das vermeidet Bereitschaftsverluste.
- Hygiene: Zentrale Speicher nicht zu kalt einstellen – empfohlen sind 60 °C am Speicheraustritt und mindestens 55 °C im Leitungsnetz.
Wie viel Energie verbraucht Warmwasser?
Die Angaben schwanken je nach Quelle: Das Umweltbundesamt beziffert den Anteil der Warmwasserbereitung auf rund 12 Prozent des gesamten Energieverbrauchs privater Haushalte, co2online nennt 16 Prozent. Nach einer Auswertung von co2online mit über 34.000 Verbrauchsdaten lag der Warmwasserverbrauch 2023 bei durchschnittlich 32,9 Litern pro Person und Tag. Für den Energiebedarf nennt co2online bei sparsamem Verbrauch 500 bis 800 kWh pro Person und Jahr.
Wird das Wasser elektrisch erwärmt, macht es einen großen Teil der Stromrechnung aus – nach Angaben des Umweltbundesamts bis zu einem Viertel bei einem Zwei-Personen-Haushalt. Wie Ihr Verbrauch im Vergleich dasteht, zeigt unser Beitrag zum durchschnittlichen Stromverbrauch im Haushalt.
Duschen: der größte Hebel
Eine herkömmliche Handbrause liefert nach Angaben des Umweltbundesamts 12 bis 15 Liter pro Minute, ein Sparduschkopf 6 bis 9 Liter. Die Verbraucherzentrale empfiehlt beim Neukauf einen Durchfluss unter 9 Litern pro Minute; Regenduschen kommen dagegen auf bis zu 20 Liter. Ein Sparduschkopf kostet rund 20 Euro und kann den Warmwasserverbrauch beim Duschen laut Verbraucherzentrale um bis zu 50 Prozent senken. Er ist in wenigen Minuten montiert und funktioniert auch in Mietwohnungen.
Auch die Duschdauer zählt. Nach co2online dauert eine Dusche im Schnitt 11 Minuten, zehn Minuten unter einer normalen Brause entsprechen 120 bis 150 Litern. Ein Vollbad braucht etwa 90 bis 200 Liter. Bei einer Brause mit 15 l/min kann eine lange Dusche also mehr Wasser verbrauchen als ein Bad.
Wichtig bei hydraulischen Durchlauferhitzern: Diese Geräte schalten erst ab einer Mindestdurchflussmenge ein. co2online nennt dafür mindestens 8 Liter pro Minute. Ein sehr sparsamer Duschkopf kann dazu führen, dass das Wasser kalt bleibt. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, welche Mindestmenge Ihr Gerät braucht.
Rechenbeispiel: Was bringt ein Sparduschkopf?
Angenommene Werte: eine Person, 260 Duschen im Jahr à 8 Minuten, Brause bisher 12 l/min, danach 7 l/min. Das Wasser wird von 10 °C auf 38 °C erwärmt. Pro Liter und Grad werden physikalisch etwa 1,16 Wh benötigt, also rund 32,5 Wh pro Liter.
| Position | Vorher (12 l/min) | Nachher (7 l/min) |
|---|---|---|
| Warmwasser pro Dusche | 96 l | 56 l |
| Energie pro Dusche | ca. 3,1 kWh | ca. 1,8 kWh |
| Energie pro Jahr (260 Duschen) | ca. 810 kWh | ca. 470 kWh |
| Ersparnis mit Durchlauferhitzer (Strom 37,0 ct/kWh) | ca. 340 kWh → rund 125 € pro Jahr | |
| Ersparnis mit Gasheizung (11,93 ct/kWh, Nutzungsgrad 80 %) | ca. 425 kWh Gas → rund 50 € pro Jahr | |
Hinzu kommen geringere Wasser- und Abwasserkosten. Für einen Zwei-Personen-Haushalt hat das Öko-Institut (2012, zitiert vom Umweltbundesamt) rund 20.000 Liter weniger Wasserverbrauch im Jahr errechnet.
Durchlauferhitzer, Boiler und Kleinspeicher
Bei dezentraler Warmwasserbereitung wird das Wasser direkt an der Zapfstelle elektrisch erwärmt. co2online hat für einen Zwei-Personen-Haushalt verglichen (Strompreis 37,2 ct/kWh):
| System | Strombedarf pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Elektro-Boiler (inkl. Speicherverluste) | ca. 1.400 kWh | ca. 518 € |
| Durchlauferhitzer | ca. 1.200 kWh | ca. 444 € |
| Brauchwasser-Wärmepumpe (JAZ 3) | ca. 450 kWh | ca. 167 € |
Durchlauferhitzer haben keine Bereitschaftsverluste, weil sie nur bei Bedarf heizen. Elektronisch geregelte Modelle halten die eingestellte Temperatur genau und sparen gegenüber hydraulischen Geräten laut Verbraucherzentrale bis zu 30 Prozent Strom. Stellen Sie die Temperatur so ein, dass Sie nicht kaltes Wasser beimischen müssen – zum Duschen genügen meist 38 bis 40 °C.
Boiler und Kleinspeicher (etwa Untertischgeräte in der Küche) halten ständig warmes Wasser vor und verlieren dabei Wärme. Eine Zeitschaltuhr oder ein Vorschaltgerät, das den Speicher nur bei Bedarf aufheizt, spart nach co2online rund 35 Euro im Jahr. Wer den Speicher von einer höheren Einstellung auf 60 °C senkt, verringert den Stromverbrauch nach co2online um etwa 10 Prozent. Ganz kalt sollten Sie ihn aber nicht betreiben: Die Verbraucherzentrale rät zu mindestens 50 °C, der DVGW zu 50 °C, besser 55 °C. Wie Sie solche Dauerverbraucher aufspüren, lesen Sie unter Stromfresser finden.
Zentrale Warmwasserbereitung: Temperatur und Zirkulation
Wird das Warmwasser über die Heizung in einem Speicher bereitet, ist die Temperatur ein Abwägen zwischen Energie und Hygiene. Für größere Anlagen (Speicher über 400 Liter oder mehr als 3 Liter Inhalt in der Leitung zwischen Speicher und Zapfstelle) fordert das DVGW-Arbeitsblatt W 551 mindestens 60 °C am Speicheraustritt und an keiner Stelle des Zirkulationssystems weniger als 55 °C. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine feste Vorgabe; das Umweltbundesamt empfiehlt 55 bis 60 °C. Senken Sie die Temperatur also nicht auf Werte deutlich darunter ab, um Legionellen vorzubeugen.
Bei einer Wärmepumpe wirkt sich die Warmwassertemperatur stark auf den Stromverbrauch aus. In einem Beispiel des Umweltbundesamts sinkt die Jahresarbeitszahl für Warmwasser von 3,22 auf 2,19, wenn das Wasser mit Zirkulation statt auf 48 auf 60 °C erwärmt wird. Lassen Sie die Einstellungen deshalb vom Fachbetrieb auf Ihr Haus abstimmen.
Zirkulationspumpe: Sie sorgt dafür, dass an jeder Zapfstelle sofort warmes Wasser kommt – auf Kosten von Wärmeverlusten und Pumpenstrom. Ältere Pumpen brauchen nach co2online bis zu 500 kWh im Jahr, moderne Hocheffizienzpumpen 50 bis 100 kWh. Der DVGW erlaubt, die Zirkulation einmal am Tag für höchstens 8 Stunden abzuschalten, etwa nachts per Zeitschaltung. Ein Pumpentausch lohnt sich bei alten Modellen oft schnell.
Leitungen dämmen: teilweise Pflicht
Ungedämmte Warmwasser- und Heizungsrohre in kalten Kellern geben viel Wärme ab. Nach § 69 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, früher GEG) müssen Eigentümer bisher ungedämmte, zugängliche Warmwasser- und Heizungsleitungen in unbeheizten Räumen dämmen. Die Mindestdicke steht in Anlage 8: bei einem Innendurchmesser bis 22 mm sind es 20 mm Dämmung (bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K)). Für Eigentümer, die ihr Ein- oder Zweifamilienhaus seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen, gilt die Pflicht erst nach einem Eigentümerwechsel – innerhalb von zwei Jahren. Rohrschalen aus dem Baumarkt sind günstig und leicht selbst anzubringen. Weitere Maßnahmen im Keller finden Sie im Beitrag Kellerdecke dämmen.
Checkliste: Warmwasser sparen im Alltag
- Sparduschkopf mit unter 9 l/min montieren – bei hydraulischem Durchlauferhitzer Mindestdurchfluss beachten.
- Kürzer duschen, beim Einseifen das Wasser abstellen.
- Strahlregler (Perlatoren) an Waschbecken und Spüle: laut Verbraucherzentrale bis zu 30 % weniger Wasser.
- Beim Händewaschen und Zähneputzen das Wasser nicht laufen lassen.
- Kleinspeicher mit Zeitschaltuhr betreiben, bei längerer Abwesenheit abschalten.
- Alten hydraulischen Durchlauferhitzer durch ein elektronisch geregeltes Gerät ersetzen.
- Zirkulationspumpe prüfen: Hocheffizienzpumpe und Zeitschaltung.
- Zugängliche Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen dämmen.
- Wäsche mit 30 statt 40 °C waschen: Das spart laut Umweltbundesamt über 35 % Strom pro Waschgang.
Weitere Tipps für die Heizung selbst finden Sie im Ratgeber Heizkosten sparen ohne Umbau.
Häufige Fragen
Ist Duschen sparsamer als Baden?
Meistens ja. Eine Wanne fasst etwa 90 bis 200 Liter. Bei einer Brause mit 12 l/min verbrauchen Sie in 8 Minuten rund 96 Liter, mit Sparduschkopf deutlich weniger. Lange Duschen mit alten Brausen können aber mehr Wasser verbrauchen als ein Bad.
Auf welche Temperatur sollte ich den Warmwasserspeicher einstellen?
Bei zentralen Speichern empfehlen Umweltbundesamt und DVGW 60 °C am Speicheraustritt und mindestens 55 °C im Leitungsnetz. Kleine dezentrale Speicher sollten nicht unter 50 °C laufen. Niedrigere Temperaturen sparen zwar Energie, erhöhen aber das Risiko von Legionellen.
Durchlauferhitzer oder Boiler – was ist günstiger?
Im Vergleich von co2online braucht ein Durchlauferhitzer etwa 1.200 kWh im Jahr, ein Boiler mit Speicherverlusten etwa 1.400 kWh (Zwei-Personen-Haushalt). Deutlich weniger Strom braucht eine Brauchwasser-Wärmepumpe, sie ist aber in der Anschaffung teurer und braucht Platz.
Darf ich als Mieter einen Sparduschkopf montieren?
Ein Duschkopf lässt sich ohne Werkzeug tauschen und beim Auszug wieder zurückbauen. Bewahren Sie den alten Duschkopf deshalb auf.
Quellen
- Umweltbundesamt: Bewusster Umgang mit Warmwasser
- Umweltbundesamt: Factsheet Trinkwarmwasserkonzepte (PDF)
- Umweltbundesamt: Waschtemperaturen
- Verbraucherzentrale: Warmwasser im Alltag sparen
- Verbraucherzentrale: Durchlauferhitzer kaufen
- co2online: Warmwasserverbrauch in deutschen Haushalten
- co2online: Warmwasserbereitung und Heizungstausch
- co2online: Wasserverbrauch beim Duschen
- co2online: Sparduschkopf
- co2online: Dezentrale Warmwasserbereitung
- co2online: Strom sparen – Tipps
- co2online: Zirkulationspumpe
- DVGW: Trinkwasser im Heizungsraum
- § 69 GModG: Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen
- GModG Anlage 8: Dämmung von Rohrleitungen
- BDEW-Strompreisanalyse
- BDEW-Gaspreisanalyse
Stand: Oktober 2026. Preise und Verbrauchswerte sind Richtwerte, das Rechenbeispiel beruht auf angenommenen Werten. Dieser Artikel ersetzt keine Energieberatung.