Kühlschrank: Stromverbrauch und Energielabel

Ein moderner, sparsamer Kühlschrank kommt je nach Größe mit rund 90 bis 150 kWh Strom im Jahr aus, ein alter Kühl-Gefrier-Kombi dagegen nicht selten 400 kWh. Weil das Gerät rund um die Uhr läuft, lohnt sich ein Blick auf den tatsächlichen Verbrauch: auf das Energielabel beim Kauf, auf die richtige Temperatur im Alltag und auf eine Messung, bevor Sie über einen Austausch entscheiden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Verbrauch: sparsamer Kühlschrank (ca. 150 l, Klasse D) höchstens etwa 90 kWh/Jahr; alte Kühl-Gefrier-Kombis bis rund 400 kWh (Verbraucherzentrale).
  • Energielabel: seit 1. März 2021 Skala A bis G, dazu kWh pro Jahr, Volumen und Geräuschklasse. Vergleichen Sie die kWh, nicht nur die Klasse.
  • Temperatur: jedes Grad kälter kostet rund 6 % mehr Strom; 7 °C im Kühlteil und −18 °C im Gefrierfach reichen laut UBA meist aus.
  • Eis: 1 cm Eisschicht erhöht den Verbrauch um 10 bis 15 %.
  • Austausch: rechnet sich nach UBA-Daten meist erst ab einem gemessenen Verbrauch von etwa 460 kWh (Kühlschrank) bzw. 560 kWh (Kombi) pro Jahr.

Wie viel Strom verbraucht ein Kühlschrank?

Kühl- und Gefriergeräte zählen nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt, weil sie ununterbrochen laufen. Wie viel es konkret ist, hängt vor allem von Alter, Größe, Bauart und Aufstellort ab.

GerätVerbrauch pro JahrQuelle
Sparsamer Kühlschrank, ca. 150 l, Klasse Dhöchstens ca. 90 kWhVerbraucherzentrale
Effiziente neue Kühl-Gefrier-Kombinationhöchstens ca. 150 kWhVerbraucherzentrale
Alte Kühl-Gefrier-Kombinationbis ca. 400 kWhVerbraucherzentrale
Durchschnitt verkaufter Kühl-Gefrier-Kombis 1990477 kWhEU-Kommission
Durchschnitt verkaufter Kühl-Gefrier-Kombis 2020181 kWhEU-Kommission
Richtwerte nach Verbraucherzentrale und Europäischer Kommission, Stand: Oktober 2026.

Auch die Größe spielt eine Rolle: Laut Verbraucherzentrale erhöhen 100 Liter mehr Volumen den Verbrauch um etwa 20 %. Als Faustregel nennt sie 100 bis 150 Liter Kühlraum für ein bis zwei Personen und rund 50 Liter für jede weitere Person. Ein Gerät ohne Gefrierfach ist am sparsamsten – vor allem dann, wenn ohnehin ein separater Gefrierschrank oder eine Truhe vorhanden ist.

Im Alltag liegt der Verbrauch oft über dem Labelwert: Stiftung Warentest maß bei 110 Kühlschränken mit typischer Wochenendbeladung im Mittel 16 % mehr als im genormten Test. Wie Sie den Kühlschrank im Vergleich zu anderen Geräten einordnen, zeigt unser Ratgeber zum durchschnittlichen Stromverbrauch im Haushalt.

Das Energielabel richtig lesen

Seit dem 1. März 2021 gilt für Kühl- und Gefriergeräte das neu skalierte EU-Energielabel nach Delegierter Verordnung (EU) 2019/2016. Die früheren Klassen A+ bis A+++ gibt es nicht mehr; ein Gerät, das früher A+++ hatte, steht heute häufig deutlich weiter unten in der Skala. Auf dem Label stehen:

  • die Effizienzklasse A bis G,
  • der Energieverbrauch in kWh pro Jahr (genormte Messung),
  • das Volumen von Kühl- und Gefrierteil in Litern,
  • die Geräuschemission in dB(A) mit einer Geräuschklasse von A (unter 30 dB) bis D (ab 42 dB),
  • ein QR-Code, der zum Eintrag in der EU-Produktdatenbank EPREL führt.

Die Klasse ergibt sich aus dem Energieeffizienzindex (EEI): dem gemessenen Jahresverbrauch im Verhältnis zu einem Standardverbrauch für Geräte dieses Typs. Klasse A erfordert einen EEI von höchstens 41 %, Klasse D liegt zwischen 64 und 80 %. Weil die Klasse nur relativ zur Gerätegröße und -art gilt, kann ein großes Gerät der Klasse C mehr Strom verbrauchen als ein kleines der Klasse D. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, beim Vergleich immer auf die kWh pro Jahr zu achten. Die effizientesten Kühlgeräte erreichen laut UBA heute die Klassen A oder B, effiziente Kühl-Gefrier-Kombis nach Angaben der Verbraucherzentrale A bis C.

Ebenfalls auf dem Datenblatt: die Klimaklasse. Sie gibt an, bei welcher Umgebungstemperatur das Gerät zuverlässig arbeitet – SN 10 bis 32 °C, N 16 bis 32 °C, ST 16 bis 38 °C, T 16 bis 43 °C. Für einen kühlen Keller oder eine unbeheizte Garage braucht es mindestens SN.

Stromverbrauch senken im Alltag

  • Temperatur prüfen: Das UBA hält 7 °C im Kühlschrank und −18 °C im Gefrierfach für ausreichend. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch laut Verbraucherzentrale um rund 6 %. Bewahren Sie oft leicht Verderbliches wie Hackfleisch oder rohen Fisch auf, ist eine niedrigere Einstellung sinnvoll – Stiftung Warentest prüft Kühlschränke bei 4 °C. Ein einfaches Kühlschrankthermometer zeigt, was der Regler tatsächlich bewirkt.
  • Regelmäßig abtauen: Schon 1 cm Eis erhöht den Verbrauch um 10 bis 15 %. Lebensmittel gut verpacken, damit weniger Feuchtigkeit im Gerät gefriert.
  • Aufstellort: nicht neben Herd, Spülmaschine oder Heizkörper und nicht in die Sonne. Warentest maß bei einem kleinen Gerät bei 25 °C Raumtemperatur bis zu viermal so viel Verbrauch wie bei 10 °C.
  • Lüftung frei halten: Lüftungsschlitze nicht zustellen; Einbaugeräte brauchen den vom Hersteller angegebenen Abstand.
  • Dichtungen testen: Klemmen Sie ein Blatt Papier in die Tür. Lässt es sich leicht herausziehen, sollte die Dichtung erneuert werden.
  • Tür kurz öffnen und warme Speisen erst abkühlen lassen.

Lohnt sich ein neuer Kühlschrank?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei Großgeräten nach etwa zehn bis 15 Jahren nachzurechnen. Grundlage sollte eine Messung sein: Ein Strommessgerät, das Sie in vielen Beratungsstellen der Verbraucherzentralen ausleihen können, zeichnet den Verbrauch über eine Woche auf; den Wert rechnen Sie aufs Jahr hoch. Wie Sie dabei vorgehen, erklärt unser Ratgeber Stromfresser im Haushalt finden.

Ein funktionierendes Gerät gegen ein neues der Klasse A zu tauschen, lohnt sich nach einer Auswertung von UBA und Öko-Institut (Betrachtung über zehn Jahre) meist nicht – außer der gemessene Verbrauch ist hoch:

GerätAustausch wirtschaftlich abAustausch ökologisch sinnvoll ab
Kühlschrank460 kWh/Jahr240 kWh/Jahr
Kühl-Gefrier-Kombination560 kWh/Jahr340 kWh/Jahr
Gefriergerät570 kWh/Jahr430 kWh/Jahr
Schwellenwerte nach Umweltbundesamt/Öko-Institut (2025) für den Ersatz eines noch funktionierenden Geräts durch ein Gerät der Klasse A.

Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Eine alte Kühl-Gefrier-Kombination braucht gemessen 400 kWh im Jahr, ein neues Gerät laut Label 150 kWh. Bei einem Strompreis von 37,3 ct/kWh – dem Durchschnitt für Haushalte 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse – sparen Sie 250 kWh × 0,373 € ≈ 93 Euro pro Jahr. Ein Neugerät für angenommene 750 Euro hätte sich damit nach rund acht Jahren bezahlt gemacht, ohne Preisänderungen gerechnet. Mit einem günstigeren Stromtarif sinkt die Ersparnis entsprechend – vergleichen lohnt sich trotzdem, siehe Stromanbieter wechseln.

Welche Bauart ist sparsam?

  • Kühlschrank ohne Gefrierfach: verbraucht am wenigsten, sinnvoll mit separatem Gefriergerät.
  • Kühl-Gefrier-Kombination: braucht wenig Platz und ist günstiger als zwei Einzelgeräte; Modelle mit zwei Regelkreisen erlauben, den Kühlteil im Urlaub abzuschalten.
  • Gefriertruhe statt Gefrierschrank: laut Verbraucherzentrale sparsamer, idealerweise in einem kühlen Raum.
  • No-Frost: spart das Abtauen, bedeutet nach Angaben der Verbraucherzentrale aber höhere Anschaffungs- und Stromkosten.
  • Freistehend statt eingebaut: Die Verbraucherzentrale verweist auf Tests, nach denen freistehende Geräte meist stabiler kühlen und sparsamer sind.

Altgerät entsorgen

Alte Kühlgeräte können Sie kostenlos am Wertstoffhof abgeben: Kommunale Sammelstellen dürfen nach § 13 ElektroG kein Entgelt verlangen. Größere Händler (ab 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte, Lebensmittelhändler ab 800 m² Gesamtfläche mit Elektrosortiment) und der Online-Handel müssen nach § 17 ElektroG beim Kauf eines neuen Geräts ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurücknehmen; bei Lieferung auch direkt bei Ihnen zu Hause. Der Händler muss Sie beim Kauf danach fragen.

Checkliste

  • Temperatur mit Thermometer prüfen: Kühlteil oben etwa 7 °C, bei empfindlichen Lebensmitteln kühler; Gefrierfach −18 °C.
  • Eisschicht entfernen, Türdichtung mit Papier testen.
  • Abstand zu Herd und Heizung, Lüftungsschlitze frei.
  • Verbrauch eine Woche messen und mit den UBA-Schwellen vergleichen.
  • Beim Neukauf kWh/Jahr vergleichen, passende Größe wählen, Klimaklasse beachten.
  • Altgerät kostenlos zurückgeben.

Häufige Fragen

Was kostet ein Kühlschrank im Jahr an Strom?

Multiplizieren Sie den Jahresverbrauch mit Ihrem Arbeitspreis. Ein Gerät mit 150 kWh kostet bei 37,3 ct/kWh rund 56 Euro im Jahr, ein altes mit 400 kWh rund 149 Euro (angenommene Werte).

Ist Klasse D schlecht?

Nein. Nach der Neuskalierung 2021 liegen viele sparsame Geräte in den Klassen C oder D. Entscheidend ist der Jahresverbrauch in kWh für die Größe, die Sie tatsächlich brauchen.

Darf ein Kühlschrank im Keller oder in der Garage stehen?

Nur wenn die Klimaklasse passt. Geräte der Klasse N sind für Umgebungstemperaturen ab 16 °C ausgelegt, SN ab 10 °C. Ein kühler Standort senkt den Verbrauch, solange das Gerät dafür geeignet ist.

Lohnt sich eine Reparatur?

Meist ja. Nach UBA und Öko-Institut ist eine Reparatur in der Regel sinnvoll, solange das Gerät nicht sehr viel verbraucht – bei einem Kühlschrank etwa unter 360 kWh pro Jahr.

Quellen

Stand: November 2026. Die Rechenbeispiele beruhen auf angenommenen Werten; Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt von Gerät, Aufstellort und Nutzung ab. Maßgeblich sind das Energielabel bzw. die Produktdatenbank EPREL und Ihr Stromtarif.