Photovoltaik Kosten 2026: Preise pro kWp, Ertrag und Wirtschaftlichkeit

Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach ist in Deutschland so günstig wie selten zuvor – und gleichzeitig ändern sich die Spielregeln: Die Einspeisevergütung sinkt, neue Anlagen müssen ihre Einspeisung begrenzen, und für 2027 ist eine größere Reform geplant. Was eine Anlage für ein Einfamilienhaus heute kostet, wann sie sich rechnet und worauf Sie 2026 achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Preis: grob 1.000 bis 1.500 Euro pro Kilowattpeak (kWp) inklusive Montage, kleinere Anlagen sind pro kWp teurer.
  • Typisches Einfamilienhaus (10 kWp): etwa 10.000 bis 14.000 Euro ohne Speicher.
  • 0 % Mehrwertsteuer auf Module, Wechselrichter und Speicher.
  • Einspeisevergütung: 7,70 Cent pro kWh bei Teileinspeisung (Inbetriebnahme August bis Dezember 2026, bis 10 kWp).
  • Wirtschaftlichkeit: entscheidend ist der Eigenverbrauch – jede selbst genutzte Kilowattstunde spart rund 37 Cent.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Der wichtigste Kennwert ist der Preis pro Kilowattpeak (kWp) – also pro Kilowatt Spitzenleistung. Er umfasst Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Verkabelung, Montage und Anmeldung. Fixkosten wie Gerüst, Planung und Elektroarbeiten fallen bei kleinen Anlagen stärker ins Gewicht; deshalb sinkt der Preis pro kWp mit der Anlagengröße.

AnlagengrößePreis pro kWpGesamtpreis ohne Speicher
5 kWpca. 1.200–1.500 €ca. 6.000–7.500 €
10 kWpca. 1.000–1.400 €ca. 10.000–14.000 €
15 kWpca. 950–1.200 €ca. 14.000–18.000 €
Batteriespeicherzusätzlich je nach Größe und Hersteller einige tausend Euro
Richtwerte inklusive Montage und 0 % MwSt, Stand Oktober 2026

Zusätzliche Kosten können durch ein Gerüst bei schwierigen Dächern, eine Erneuerung des Zählerschranks oder einen intelligenten Stromzähler entstehen. Fragen Sie im Angebot gezielt danach, ob der Zählerschrank den aktuellen Anforderungen entspricht – das ist bei älteren Häusern ein häufiger Kostentreiber.

Wie viel Strom erzeugt die Anlage?

In Deutschland erzeugt eine gut ausgerichtete Anlage grob 850 bis 1.100 Kilowattstunden pro kWp und Jahr – mehr im Süden, weniger im Norden, weniger bei Ost-West-Dächern oder Verschattung. Eine 10-kWp-Anlage kommt also auf etwa 8.500 bis 11.000 kWh im Jahr, deutlich mehr, als ein typischer Haushalt verbraucht (zum Vergleich: durchschnittlicher Stromverbrauch nach Personen).

Eigenverbrauch oder Einspeisung?

Für die Wirtschaftlichkeit zählt vor allem, wie viel Solarstrom Sie selbst nutzen. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom, den Haushalte laut BDEW im April 2026 im Schnitt mit 37,0 Cent bezahlt haben. Für eingespeisten Strom gibt es dagegen nur die Einspeisevergütung.

Inbetriebnahme 1.8.–31.12.2026, Anlage auf GebäudeTeileinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kWp7,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
Quelle: Bundesnetzagentur. Der Satz gilt 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Alle Sätze und Regeln: Einspeisevergütung 2026.

Ohne Speicher nutzen Haushalte typischerweise nur einen Teil ihres Solarstroms selbst, weil die Sonne mittags scheint, der Verbrauch aber morgens und abends am höchsten ist. Ein Speicher, eine Wärmepumpe oder ein E-Auto erhöhen den Eigenverbrauch deutlich.

Neue Regeln seit 2025: Einspeisegrenze und negative Preise

  • 60-Prozent-Grenze: Für Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gehen, ist die Einspeisung auf 60 % der Modulleistung begrenzt, solange kein intelligentes Messsystem mit Steuerbox eingebaut und vom Netzbetreiber getestet ist. Bei gutem Eigenverbrauch oder mit Speicher fällt der Verlust meist gering aus.
  • Keine Vergütung bei negativen Börsenpreisen: In diesen Stunden gibt es für neue Anlagen keine Vergütung; die ausgefallene Zeit wird an das Ende des 20-jährigen Vergütungszeitraums angehängt. Für Anlagen zwischen 2 und 100 kW greift die Regel erst ab dem Jahr nach Einbau eines intelligenten Messsystems.
  • Ausblick 2027: Die Bundesregierung hat im Juli 2026 einen Entwurf für ein neues EEG vorgelegt, der die feste Einspeisevergütung für kleine Neuanlagen abschaffen und die Einspeisespitzen weiter begrenzen würde. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen. Wer 2026 noch in Betrieb geht, sichert sich die aktuellen Sätze für 20 Jahre.

Rechenbeispiel: Wann rechnet sich die Anlage?

Annahmen: 10 kWp auf einem Süddach, Preis 13.000 Euro, Ertrag 9.500 kWh pro Jahr, Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch, ohne Speicher, 30 % des Solarstroms werden selbst genutzt, Strompreis 37 Cent, Teileinspeisung zu 7,70 Cent.

Selbst genutzter Solarstrom2.850 kWh × 37 ct = 1.055 €
Eingespeister Strom6.650 kWh × 7,70 ct = 512 €
Ertrag pro Jahrca. 1.567 €
Amortisation (ohne Wartung)ca. 8–9 Jahre
Vereinfachte Beispielrechnung ohne Strompreissteigerung, Wartung und Leistungsverlust der Module

Bei einer Lebensdauer der Module von 25 Jahren und mehr bleibt nach der Amortisation viel Zeit für Gewinn. Rechnen Sie aber Wartung, einen möglichen Wechselrichtertausch und eventuelle Verluste durch die 60-Prozent-Grenze ein. Wer zusätzlich eine Wärmepumpe oder ein E-Auto betreibt, kommt oft auf deutlich höhere Eigenverbrauchsquoten – mehr dazu in unseren Ratgebern zu Wärmepumpen und Wallboxen.

Lohnt sich ein Batteriespeicher?

Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch, kostet aber zusätzlich mehrere tausend Euro. Ob er sich rechnet, hängt vom Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität, vom Verbrauchsprofil und von der Lebensdauer ab. Mit der 60-Prozent-Grenze und dem Wegfall der Vergütung bei negativen Preisen hat ein Speicher an Bedeutung gewonnen, weil er Mittagsspitzen auffängt. Lassen Sie sich Angebote mit und ohne Speicher getrennt kalkulieren – ein Speicher kann auch später nachgerüstet werden. Preise und Faustregeln zur Größe finden Sie im Ratgeber Stromspeicher Kosten.

Förderung und Steuern

  • 0 % Mehrwertsteuer: Für Anlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden bis 30 kWp (§ 12 Abs. 3 UStG).
  • Einkommensteuer: Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind in der Regel steuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG).
  • KfW-Kredit: Über das Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ (270) lassen sich Anlage und Speicher finanzieren.
  • Regionale Programme: Einige Länder und Kommunen fördern Speicher oder Anlagen zusätzlich – prüfen Sie die Angebote Ihrer Stadt.

Häufige Fragen

Wie groß sollte meine Anlage sein?

Meist lohnt es sich, die Dachfläche gut auszunutzen, statt die Anlage knapp auf den heutigen Verbrauch zuzuschneiden. Der Preis pro kWp sinkt mit der Größe, und künftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto erhöhen den Bedarf.

Muss ich die Anlage anmelden?

Ja. Der Netzbetreiber muss die Anlage vorab anmelden lassen (das übernimmt meist der Installateur), und Sie müssen sie innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registrieren. Für kleine Steckersolargeräte gelten vereinfachte Regeln – siehe Balkonkraftwerk-Ratgeber.

Sollte ich auf das neue EEG warten?

Nach dem aktuellen Entwurf würde sich die Lage für kleine Neuanlagen eher verschlechtern. Wer ohnehin plant, profitiert davon, die Anlage 2026 in Betrieb zu nehmen und sich die geltenden Konditionen zu sichern.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Preise und Erträge sind Richtwerte. Dieser Artikel ersetzt keine Energie- oder Steuerberatung.